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  • Knowledge, Institutions and Gender: eine Ost-West vergleichende Studie

    Gefördert von der Europäischen Kommission im 6. Forschungsrahmenprogramm "Science & Society“
    01/2006 – 12/2008

    WissenschaftlerInnen aus sieben Forschungseinrichtungen in Österreich, der Tschechischen Republik, Finnland, der Slowakischen Republik und Großbritannien führen eine einzigartige, vergleichende Studie zur Formierung von wissenschaftlichen Gemeinschaften (“Scientific Communities”) sowie zur Entwicklung wissenschaftlicher Praxen und Kulturen in ihren 5 Ländern durch.

    Das Projekt arbeitet mit Forschungsmethoden und Theorien der Wissenschaftsforschung sowie der feministischen Erkenntnistheorie und wird sich im Besonderen den Feldern “Biologie” und “Soziologie” widmen.
    Es verfolgt damit zwei vergleichende Perspektiven: Einerseits soll Unterschieden zwischen Sozial- und Naturwissenschaften nachgegangen werden, andererseits sollen Wissenschaftskulturen in Ländern unterschiedlicher politischer Vergangenheit (post-sozialistische vs. west-europäische Länder) verglichen und mögliche Unterschiede aufgezeigt werden.
    Wichtige Ausgangsprämissen des Projektes sind unter anderem, dass der gesellschaftliche Kontext in bedeutender Weise an der Formung von Wissenschaftskulturen und Entwicklungsmöglichen dieser beteiligt ist, dass grundlegende Unterschiede zwischen disziplinären Forschungskulturen bestehen, die eng mit dem produzierten Wissen und ihren gesellschaftlichen Einbettungen zusammenhängen und dass soziale Kategorien eine bedeutende Rolle für die Formierung einer Scientific Community haben.

    Ein wissenschaftliches Beratungsgremium – zusammengesetzt aus Wissenschaftlerinnen aus den USA, Großbritannien und der Tschechischen Republik – wird die Qualität der empirischen Forschung garantieren.

    Zentrale Fragestellungen:
    • Wie funktionieren Wissenschaftskulturen am Beginn des 21. Jahrhunderts? (z.B. Kooperationsmuster, institutionelle Veränderungen, Zeitstrukturen, etc.)
    • Inwiefern wirkt der gesellschaftliche Kontext auf die Formung von Wissenschaftskulturen und Entwicklungsmöglichkeiten dieser?
    • Welche Beziehungen bestehen zwischen institutionellen Rahmenbedingungen und wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion?
    • Wie sehen Karriereverläufe in verschiedenen Wissenschaftskulturen aus und welche Aspekte haben Einfluss auf sie? (Wissenschaftspolitik, institutionelle Kulturen, soziale Kategorien wie Geschlecht, Generation, Herkunft, gesellschaftliche Erwartungen etc.)
    • Welchen Einfluss haben etwa die Autonomie der Universitäten, Frauenfördermaßnahmen oder sich verändernde Forschungsrahmenbedingungen auf Wissenschaftskulturen und Karriereverläufe?

    Inhaltliche Ziele sind
    • ein besseres Verständnis für der Formierung von „Scientific Communities“ in verschiedenen Disziplinen und Ländern zu entwickeln; u.a. anhand einer Untersuchung wissenschaftlicher Netzwerke und Kooperationen in einer sich wandelnden Forschungslandschaft auf nationalem sowie europäischem Level;
    • eine Analyse der Bedeutung von Machtdifferenzen und Hierarchien auf die Strukturen von Scientific Communities und dem Einfluss von Gender und geopolitischen Kontexten auf diese Machtunterschiede;
    • eine Identifizierung struktureller und institutionalisierter Praktiken und Prozeduren – einschließlich Standards für Exzellenz – die die Einbindung von Frauen in Wissenschaft verhindern oder fördern;
    • die Förderung und Festigung feministischer Wissenschaftsforschung in den Partnerländern – insbesondere den neuen EU-Mitgliedsstaaten.

    Politisches Ziel des Projektes ist es, durch die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse einen Beitrag zur Frauenförderung und Gleichstellung in der Wissenschaft zu leisten.

    Die wichtigsten Ergebnisse des Projektes sollen mit Zwischenberichten sowie auf einer internationalen Abschlusskonferenz in Prag einer breiten Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträgern der Wissenschafts- und Hochschulpolitik zur Verfügung gestellt werden.

    Projektverlauf:
    März – Juni 2006 Fragebogen-Interviews zu Karriereverläufen
    Juli 2006 – März 2007 Diskursanalyse wissenschaftlicher und wissenschaftspolitischer Dokumente
    August 2006 – Mai 2007 Teilnehmende Beobachtung
    Dezember 2006 – März 2007 Tiefeninterviews
    Mai – Oktober 2007 Fokusgruppen
    Jänner – Mai 2008 Auswertung der Daten auf nationaler Ebene
    Juni – Dezember 2008 Vergleichender Abschlussbericht
    November 2008 Abschlusskonferenz

    Konsortium des Projektes:
    Projektkoordination:
    • Marcela Linkova, Institute of Sociology, Academy of Sciences of the Czech Republic
    • Laura Henderson (project manager), Institute of Sociology, Academy of Sciences of the Czech Republic

    Internationale Partnerinstitutionen:
    Tschechische Republik:
    • Institute of Sociology of the Academy of Sciences of the Czech Republic
    • Department of Gender Studies, Faculty of Humanities, Charles University
    Slowakische Republik:
    • Faculty of Philosophy, Comenius University
    Großbritannien:
    • School of Sociology and Social Policy, University of Leeds
    Finnland:
    • Department of Sociology, University of Turku
    • Turku School of Economics and Business Administration, Turku

    Wissenschaftliche Beraterinnen:
    Tschechische Republik:
    • Gerlinda Šmausová,
    USA:
    • Helen Longino, Stanford University
    • Karen Kapusta-Pofahl, University of Minnesota
    Großbritannien:
    • Susan Molyneux-Hodgson, University of Sheffield

    Nähere Informationen finden Sie:
    • sowie auf der Homepage des Projektes:
    http://knowing.soc.cas.cz/
    • auf der Homepage des Instituts für Wissenschaftsforschung:
    http://www.univie.ac.at/virusss/projects/4/788

    Bei Rückfragen wenden sie sich an die Koordination bzw. gerne auch an die Mitarbeiterinnen des österreichischen Teams:
    Projektleiterin:
    Univ.Prof. Dr. Ulrike FELT
    Tel.: +43/1/4277 49611
    e-mail: ulrike.felt@univie.ac.at

    Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
    Mag.a Veronika WÖHRER
    Tel.: +43/1/4277 49615
    e-mail: veronika.woehrer@univie.ac.at
    Mag.a Lisa SIGL
    Tel.: +43/1/4277 49615
    e-mail: lisa.sigl@univie.ac.at



    KNOWING is a project funded by the European Commission under Framework Programme 6 in the Structuring the ERA specific programme